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Freitag, 2. August 2013

Ferienstress

Die Tage fliegen mal wieder nur so davon und heute morgen war ich ehrlich ganz erschrocken, dass schon wieder Freitag ist. Endlich sind auch bei uns die Ferien da und was für den Großteil der Leute Entspannung pur bedeutet, ist im Hause Ungestüm eher Stress.

Ferien heißen nämlich für Frau Ungestüm, den ganzen Tag ungefähr 150 Kinder um sich zu haben, mit nervigen Müttern zu kämpfen, Pflaster zu kleben, Bauchschmerzen wegzuzaubern, Streit zu schlichten. Ferien heißen aber auch, wundervolle Momente zu erleben. So wie gestern zum Beispiel, als eines unserer Ferienkinder mir Mittags eine Schüssel Erdbeerquark gebracht hat. Es hatte einfach bemerkt, dass ich noch keinen hatte und der Quark fast alle ist. Lieb.

baltic-sea-73455_640[1]Zeugnisse gab’s beim Kind Ungestüm auch und wir sind zufrieden. Das Schuljahr hat sich besser entwickelt, als zunächst gedacht und so blicken wir ganz positiv in die Zukunft. Morgen heißt es dann für das Kind Ungestüm aber erst mal: Ab an die Ostsee. Eine knappe Woche geht es mit dem Fußballverein an den Timmendorfer Strand und das wird bestimmt eine wunderschöne und unvergessliche Zeit. Ach ja, manchmal würde ich schon auch ganz gerne noch mal Kind sein.

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Donnerstag, 18. Juli 2013

Assi gestern

workIch hatte ja gehofft, ich kann meine spontane Meinung von gestern über meinen neuen Assi heute revidieren, aber nix da. Er ist und bleibt ‘ne Schnarchtüte. Gestern hat er es tatsächlich fertig gebracht (an seinem zweiten Arbeitstag), zwei Stunden zu spät zu kommen. Ohne ein Wort der Erklärung machte er dann den ganzen Tag IRGENDWAS. Hatte aber auch keine Zeit, mich drum zu kümmern, weil ich die Sachen, die er nicht machen konnte, weil er zu spät war, dann selber machen musste – ich hab den Kram für den Workshop am Nachmittag DRINGEND gebraucht.

Für heute habe ich mir dann schon mal ein paar Aufgaben überlegt, die er auch noch machen kann, wenn er wieder zu spät kommen sollte. Im Moment überlege ich allerdings gerade, ob ich tatsächlich einen Assi brauche oder ob man doch nicht besser alles einfach selber macht. Dann weiß man wenigstens, wer die Scheiße verbockt hat, wenn’s nicht passt.

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Mittwoch, 17. Juli 2013

Schnarch.

Mein Assistent is’ ne Schnarchtüte, wie sie im Buche steht. Schöne Scheiße. Zum Glück ist das jetzt nur Praktikum bis Freitag und dann gucken wir mal, ob da was geht. Ich glaub’s nicht. Ich brauch Menschen um mich herum, die zielstrebig und kreativ sind, die selber (mit)denken. Scheint der alles nicht zu sein. Mist.

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Gestern Morgen ließ sich das noch ganz gut an – der Kerl war viel zu pünktlich und hat mich glatt beim Morgenkäffchen unterbrochen. Macht ja nix, war ja sein erster Tag und lieber zu früh, als zu spät. Danach hab ich ihm das ganze Gelände gezeigt inklusive Klos, Kaffeekücher und Viecher. Und dann kam…nix. Irgendwie null Interesse, null Bock.

Also parkte ich den Guten vorm PC und fragte ihn, ob er sich mit Word auskennt. Kann er, sagte er. Schön. Ein Formular sollte er mir erstellen mit Formulareingabefeldern (hab ich extra erwähnt). Nach 10 Minuten war er “fertig”. Fertig war kein Formular, sondern gequirlte Scheiße. Alles mit doofen Tabs gemacht und ohne schreibgeschützte Bereiche. Das geht nicht, weil sich dann das ganze Layout verschiebt. Grmpf.

Danach gab’s dann eine einfache Aufgabe. Kopieren. Das kann er super. Ich bin wirklich begeistert. Vielleicht können wir uns heute steigern. Und ich meine Erwartungshaltung senken.

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Dienstag, 16. Juli 2013

Ein Assistent für mich

Heute ist es Zeit, ein rotes Kreuzchen im Kalender zu machen. Der Anlass dafür ist es wert – heute bekomme ich im Büro nämlich einen Assistenten. Hah. Als ich letztens mal eine Woche krank war, bemerkte endlich mal jemand, wie viel ich tatsächlich zu tun habe und dass man das eigentlich gar nicht schaffen kann. Hah.

workGespannt bin ich schon, wer und was da heute so auf mich zukommt und was ich mit einem Assistenten machen soll. Ich hatte noch nie einen und ich fürchte, ich bin da völlig überfordert. Erklären kann ich auch nicht besonders gut und meistens erwarte ich viel zu viel. Könnte schwierig werden. Aber ich habe mir vorgenommen, so richtig nett und vor allen Dingen gaaaanz geduldig zu sein. Ehrlich. Ich freu mich und bin aufgeregt.

P.S. Darf man so einem Assistenten ohne schlechtes Gewissen die unangenehmen Aufgaben zuschieben?

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Samstag, 6. Juli 2013

Frau Inderin die Zweite

Gestern war Freitag und Freitags ist bei uns echt immer die Hölle los. Die Organisation von in der Regel 12 Kindergeburtstagen muss stehen, angemeldete Besuchergruppen müssen eingeplant sein und von den offenen Angeboten mag ja schon gar keiner mehr reden. Freitag ist also nicht gerade mein Lieblingstag, denn es passieren IMMER komische und ungeplante Sachen, die die Planung der ganzen Woche einfach über den Haufen werfen.

black-35812_640[1]Von meiner Inderin habe ich euch ja schon erzählt und wie konnte es anders sein: Auch gestern hielt mich die Dame mit ihren Sonderwünschen wieder mächtig auf Trab. Nur um das mal klarzustellen – ich bin ein absolut friedlicher und geduldiger Mensch. Aber diese Frau hat’s tatsächlich geschafft, meinen Adrenalinspiegel hochzutreiben und mich zur Benutzung von Ausdrücken zu bringen, die in einer pädagogischen Einrichtung beim besten Willen nichts zu suchen haben.

Gestern also hat sie wieder zahlreiche Mails geschrieben, die mein Mailprogramm – ein schlaues Ding – mal vorsorglich gleich in den Spam-Ordner sortiert hat. Ich habe sie nicht gesehen und plötzlich hatte ich Frau P. an der Strippe. Das Gespräch ist in etwa so verlaufen (ich übersetze einfach mal frei ins Deutsche, das Gespräch hat auf Englisch stattgefunden, was die Verhandlungen nicht leichter macht):

 

Frau P: Hallo, hier ist Frau P.

Ich: Das ist aber schön…

Frau P: Ja, ich wollte noch mal anrufen, denn ich habe noch ein paar Fragen.

Ich: Wir haben doch eigentlich schon alle Fragen geklärt und Sie brauchen nur noch die Buchungsunterlagen zu unterschreiben…

Frau P: Jaaaaa…aber das ist mir zu teuer.

Ich: Naja, das sind aber unsere Preise und ich habe Ihnen schon Nachlass auf ein paar der Extras gegeben. Mehr kann ich wirklich nicht tun. Sagen Sie mir bitte, was ich buchen soll und was nicht.

Frau P: Ich will das Geburtstagsprogramm über drei Stunden für meinen Sohn und dass Sie mir einen überdachten Platz für 20 Erwachsene zur Verfügung stellen, wo wir grillen können mit Zugang zu einem Kühlschrank. Außerdem will ich noch einen speziellen Geburtstagskuchen mit Buttercreme und wir brauchen zwei Grills und viel Platz. Was kostet das?

Ich: Das habe ich Ihnen diese Woche doch schon drei Mal per Mail geschrieben. Das dreistündige Programm kostet 80 Euro. Möchten Sie mit den ganzen Erwachsenen bei uns grillen und brauchen einen Kühlschrank, dann müssen Sie unser Blockhaus mit Küche mieten. Das kostet normalerweise 95 €, für Sie habe ich einen Sonderpreis von 50 € gemacht. Der Spezialkuchen kostet 40 €…

Frau P: Aber das ist mir zu teuer…

Ich: Das sind nun aber mal unsere Preise und Sie müssen ja nicht bei einem Kindergeburtstag die Eltern von allen 10 Kindern mitbringen. Das ist bei uns nicht üblich…Wollen Sie trotzdem mit den Eltern feiern, dann müssen Sie eben eine Platzmiete zahlen.

Frau P: Können wir das nicht alles für 100 Euro haben?

Ich: Nein, ich verhandele nicht und so langsam müssen Sie sich entscheiden, sonst vermiete ich das Blockhaus an andere Interessenten.

Frau P: Aber wir benutzen das Blockhaus doch nur, wenn es regnet…Sonst brauchen wir das ja nicht.

Ich: Sie müssen sich aber vorher entscheiden, ob Sie das Blockhaus wollen oder nicht. Ich kann es ja sonst nicht weitervermieten.

Frau P: Aber was mach ich dann, wenn’s regnet?

Ich: Tja…ähm…das ist dann Pech…Sie können es ja mieten.

Frau P: Das ist aber ganz schön teuer…

Ich: Frau P., ich habe ja schon mehrmals gesagt, dass das unsere Preise sind und wir können Ihnen nicht alles schenken. Unsere Mitarbeiter müssen schließlich auch bezahlt werden und der Platz in Ordnung gehalten werden.

Frau P: Geht das nicht für 100 €?

Ich: Neeeeiiin…wir sind hier nicht auf dem indischen Basar.

Frau P: Aha…

Ich: Hören Sie, das Gespräch dauert jetzt schon eine halbe Stunde, wir diskutieren immer wieder über das Gleiche und kommen zu keinem Ergebnis. Sagen Sie mir bitte JETZT, wie Sie sich entschieden haben, damit ich das für nächste Woche noch planen kann.

Frau P: Das mach ich am Montag.

Ich: Nein, Montag ist zu spät. Erstens habe ich Montags frei und zweitens muss ich den Belegungsplan für nächste Woche heute fertig machen. Es sind nämlich noch andere Kunden auf dem Gelände und die würden jetzt auch gerne wissen, wo sie sich dann aufhalten…

Frau P: Also für 100 Euro können Sie das einbuchen…

Ich: Jetzt reicht es aber. Seit zwei Wochen halten Sie hier alle Mitarbeiter auf Trab und halten Sie von der Arbeit ab, feilschen wie auf dem Indischen Basar und wollen alles geschenkt haben.****ZENSIERTE TEXTPASSAGEN*** Bitte feiern Sie Ihren Geburtstag woanders, bei uns jedenfalls feiern SIE nicht.

 

Nach dem Gespräch habe ich den ganzen Kram von dieser Tante storniert und bin erst mal eine rauchen gegangen. Das geht ja gar nicht. Wie kann man so resistent sein und einfach nicht verstehen wollen? Selten bin ich so geladen ins Wochenende gegangen.

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Donnerstag, 4. Juli 2013

Der Kunde ist nicht Gott

Der Kunde ist König – aber nicht Gott. Seit ein paar Tagen macht mir eine indische Familie das Arbeitsleben schwer. Wie die meisten, die bei uns anrufen, möchten sie für ihren kleinen Sohn eine Kindergeburtstagsparty buchen und das ist ja auch schön so. Nicht so schön ist es, wenn die Leute nicht verstehen, dass man so eine Geburtstagsparty nicht von heute auf morgen buchen kann, dass die Preise nicht verhandelbar sind und dass sie nicht jeden Tag ihre Meinung ändern können.

Das Vorgehen ist da bei uns eigentlich recht simpel: Die Menschen rufen an, lassen sich einen Termin reservieren und schicken uns im Anschluss das Anmeldeformular. Habe ich den Zettel, dann gebe ich die Daten in unsere Datenbank ein und warte darauf, dass einer unserer freiberuflichen Mitarbeiter für diesen Termin einträgt. Ist das passiert, bekommen die Leute eine schriftliche Bestätigung per Mail.

one-25722_640[1]Was so einfach klingt, ist oft ziemlich kompliziert und zeitaufwendig. Und Zeit habe ich nicht viel, da ich nur 25 Stunden in der Woche arbeite. In so einer Arbeitswoche organisiere ich knapp 20 Geburtstage, 5 Gruppenveranstaltungen, schreibe die Angebote und die Rechnungen, kümmere mich um die Ferienanmeldungen fürs Ferienprogramm, erstelle und ändere hier und da ein Formular, bereite Workshops vor und so weiter. Was ich damit sagen will ist, dass ich für einen Kindergeburtstag weniger als eine Stunde Zeit habe.

Und dann ist es einfach richtig schlimm, wenn EINE Familie, die auch noch den allerbilligsten Geburtstag gebucht hat, mich mehrere Stunden auf Trab hält, weil sie ihre Meinung dauernd ändert, Sonderwünsche hat (die natürlich nix kosten dürfen), in ellenlangen Abhandlungen per E-Mail über die Preise diskutiert, konsequent um 14 Uhr anruft, obwohl ganz klar geschrieben steht, dass unser Büro bis 13 Uhr Sprechzeit hat…So nicht!

Ich bin wirklich genervt im Moment, weil wegen dieser Familie so viel meiner Arbeit liegen bleibt und andere Familien wegen deren Allüren jetzt länger warten müssen. Eigentlich nervt es mich nicht, sondern es kotzt mich an. Deswegen habe ich mir gestern dann auch in feinstem Gossen-Englisch eine Ansage rausgequält, die meine Chefin zu wahren Lachsalven gebracht hat. Der Text war irre lang, die Aussage kurz: Wir sind hier nicht auf dem indischen Basar und ich verhandele nicht weiter. Entweder buchen oder sein lassen. Zum Glück hab ich ‘ne liebe Chefin, die da hinter mir steht.

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